Die Füße der Sterne

Die Füße der Sterne

© Patricia Koelle
 

Die Abiturfeier war ein glorreicher Rausch der Erleichterung gewesen. Sofian hatte es gewagt, mit Frau Berger, seiner Deutschlehrerin, zu tanzen, die ihm niemals eine bessere Note als eine Vier gegeben hatte. Felix hatte sich getraut, in einer dunklen Ecke des zugigen Balkons Cornelia zu küssen. Darauf hatte er seit drei Jahren gewartet.
Sie hatten das Fest von der frühen Abenddämmerung bis zum ersten Verdacht auf den neuen Morgen ausgekostet. Sofian hatte extra für diesen Tag drei seiner krausen schwarzen Zöpfe königsblau färben lassen, und Felix trug einen nagelneuen Bürstenschnitt.
Jetzt standen sie etwas ratlos und eigenartig wach unter einem feuchten Himmel, der gnadenlos heller wurde. Das Dröhnen der Musik zitterte noch in ihren Köpfen und ihre Augen brannten von Wunderkerzen und Zigarettenqualm. Plötzlich war die Zukunft ungeheuerlich groß und fremd vor ihnen und so nahe, dass sie kaum noch einen Schritt wagten. So viele endlose Schuljahre war ihnen alles gemeinsam begegnet. Was würde werden, wenn nun ihre Wege begannen? Was sollten sie mit den nächsten Tagen anfangen?
„Weißt du was?“, sagte Felix. „Wir fahren weg!“
Egal wohin, nur einen Aufschub gewinnen. Irgendwo den ersten Zipfel dieser unvorstellbaren Zukunft finden und greifen.
„Ich kann bestimmt das Auto von Max haben. Wenn ich dafür die Werkstatt putze“, sagte Sofian. Zum Glück hatte nicht nur der Lehrling seines Vaters den Führerschein, sondern seit zwei Monaten auch er selbst.
„Und ich das Zelt von Onkel Jörg.“
Den Rest des Tages verschliefen sie, packten abends das Auto und brachen früh am nächsten Morgen auf.
Sie fuhren nach Norden, denn der war ihnen am nächsten, und sie sehnten sich nach Platz für ihre Fragen, nach Stille und klarer Luft und der Weite über dem Meer.
„Ich habe das Zelt nur unter der Bedingung bekommen, dass ich mich bei unserer Rückkehr entschieden habe, was ich für eine Ausbildung machen will“, sagte Felix.
„Und ich muss in der Autowerkstatt mithelfen. Am liebsten wäre Vater, dass ich gleich eine Lehre bei ihm mache.“
Wo war der schäumende Triumph vom Abend der Abi-Fete geblieben, das Glück darüber, die Schulzeit endgültig hinter sich gelassen zu haben, das Gefühl, am Rande des Abenteuers zu stehen, der Glaube, dass alles möglich war?
Doch vor sich hatten sie erst mal ein geliehenes Wochenende, Tage für sich, außerhalb der Zeit.
An der dänischen Grenze tauschten sie ein wenig Geld. Die unbekannten Scheine mit den bunten Fischen und Blumen darauf begeisterten sie. Sie wirkten wie Spielgeld und nahmen der Zukunft etwas von ihrem erschreckenden Ernst.
Stundenlang brausten sie die Straßen entlang, weiter als geplant. Das war der Vorteil einer so langen Freundschaft. Felix und Sofian kannten sich gut genug, um sich auch schweigend vorwärts träumen zu können. Sie waren sich nicht immer einig, aber wenn sie es waren, brauchten sie keine Worte mehr dafür. Es war einfach gut, allein miteinander in dieser geschlossenen kleinen Autowelt unterwegs zu sein und die Musik zu hören, an der entlang sie gemeinsam erwachsen geworden waren.
Am Spätnachmittag hielten sie auf einem kleinen grasigen Campingplatz an der Küste.
Nun klebte ihr Zelt gewölbt und fest am Boden wie eine grüne Samenkapsel, aus der Erstaunliches wachsen könnte, irgendwann.
„Los jetzt, ans Wasser!“, drängte Felix.
Sie rannten im feuchten Sand einen Strand entlang, dessen Ende man weder nach Süden noch Norden erkennen konnte und an dem sich keine andere Menschenseele umtrieb. Ein schmaler Fjord fraß sich glitzernd ins Land. Alles schien größer als sonst, der Strand eine Wüste, das Meer ein Universum, nur weil mit der Schule die tägliche Gewohnheit verloren gegangen und die Zukunft noch neu und leer war.
„Traust du dich rein?“, fragte Felix und zog schon sein Hemd aus.
Noch war Frühling, und selbst das Meer hatte eine Gänsehaut. Sofian zögerte. In den Ferien war seine Familie stets in die alte Heimat auf einer Insel gefahren, wo Palmen wuchsen und das Wasser warm und türkisblau war und nicht wie hier eisgrau und flaschengrün. Aber hatten Felix und er sich mit dieser Fahrt nicht beweisen wollen, dass sie keine Scheu hatten vor dem, was kam? Zum Glück fiel gerade die Sonne aus der Wolkendecke heraus zum Horizont hin und warf ihnen ein Schimmern zu, das lockte. Felix rannte los und Sofian folgte ihm. Lachend stürmten sie die Wellen, warfen sich mit den Armen hohe Bögen aus zwinkernden Tropfen zu und ließen sich in ein Wettschwimmen fallen, bis alles prickelte und die Kälte vergessen war.
Keuchend hockten sie sich auf Felsen im flachen Wasser. Die Sonne war gerade eben verschwunden, aber die Dämmerung war hell und klar wie Glas und es herrschte eine silberne Windstille. Sie konnten bis auf den Grund sehen.
„Oh, ein Seestern“, sagte Felix erstaunt und bückte sich danach.
„Halt“, rief Sofian, „nicht!“
„Was ist?“
„Wenn Seesterne Luft einatmen, sterben sie. Wenn du sie aus dem Wasser nimmst, musst du ihre Atemöffnung zuhalten, so.“ Sofian griff nach dem Stern und legte dabei sorgsam den Daumen auf die Mitte der Unterseite, ehe er ihn aus dem Wasser hob. „Jetzt kannst du ihn ansehen.“
Gemeinsam betrachteten sie das seltsame Lebewesen, das kein Gesicht hatte. Der Seestern hatte fünf Arme und einer war kürzer als die anderen. An der Unterseite jeden Armes wedelten unendlich viele Füße mit kleinen Saugnäpfen erwartungsvoll herum, als könnten sie alles greifen, was ihnen begegnete.
„Wenn sie einen Arm verlieren, wächst er nach“, sagte Sofian. „Das würde ich auch gern können. Wenn mich etwas verletzt, einfach etwas Neues daraus wachsen lassen.“

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Patricia Koelle
Die Füße der Sterne

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Patricia Koelles Geschichten sind eine Lupe, die sichtbar werden lässt, wie groß Kleines sein kann. Es sind Geschichten für das verträumte Ende eines Feierabends, den Beginn eines Wochenendes oder die Bahnfahrt zur Arbeit. Geschichten von Himmel, Meer und Erde. Geschichten zum Lächeln, zum Nachdenken, zum Gesundwerden, zum Verschenken, voller Hoffnung und realistischem Zauber.

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Stichwörter:
Patricia Koelle, Kurzgeschichte, Abitur, Urlaub, Dänemark, Sterne, Seesterne, Berufswahl, Zukunft

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Hannas Feiertage

Sonnenuntergang am Meer

Hannas Feiertage

© Patricia Koelle

Sonnenuntergang am Meer

Auf dieser Ferienreise war mir der Nachthimmel zum ersten Mal fremd. Der Große Wagen, die Kassiopeia, der Schwan: kein Sternbild war dort, wohin es in meiner Welt gehörte. Dafür erklärte Vater mir das Kreuz des Südens. Es erschien mir großartig und unwirklich hell über den struppigen Palmwipfeln. Die Milchstraße brannte sich einen Weg durch ein so unbekannt tiefes Schwarz, dass ich kaum zu atmen wagte. Mir war, als hätte jemand die Erde umgedreht wie eine Eieruhr und ich wäre als ein Sandkorn in das andere Teil gestürzt.
Es war Oktober, und zuhause war alles klar rot und gelb. Hier aber flossen neue Farben weich ineinander, überschwänglich und zahllos, als wäre ich mitten in Omas Seidenschal gelandet.
Der Strand war wie aus heißem Licht und das Meer gleichzeitig warm und kühl. Das Wasser glühte in einem Ton zwischen Türkis und Smaragd, den ich noch nie gesehen hatte, mit dunklen Flecken aus Seegraswiesen. Über die Dünen zogen sich Ranken voll hellblauer Trichterblüten, und irgendwo in dem Gewirr dröhnte ein Zikadenorchester in einem Rhythmus, der meinen Herzschlag aufnahm als gehörte ich in dieses Land.
Wolken türmten sich hier nur morgens und abends, dann aber gewaltig. Dazwischen spann sich in hohem Bogen ein gleißender Tag von dreiunddreißig Grad im Schatten. Meinen Vater zog es zu seinen Büchern und der gnadenlos eisigen Klimaanlage in das Hotel, meine Mutter in den Schatten eines zotteligen Sonnenschirms aus Stroh. Ich saß daneben, müde vom Schwimmen, und steckte ein Mosaik aus glänzenden eiförmigen Samen in den Sand. Die Samen hatte ich unter einem Baum mit tellergroßen Blättern gefunden.
Aus dem weiten Staunen kam ich hier nicht mehr heraus, es war als wäre diese eine Woche endlos, weil so unglaublich viel darin war.
Es waren nicht viele Touristen am Strand, aber diejenigen, die in unserer Nähe auf ihren Handtüchern lagen, hatten Kopfhörer auf den Ohren und bohrten mit den Augen Löcher in den Himmel, dösten vor sich hin oder blätterten gelangweilt in einer Zeitschrift.
Am Flutsaum in der Ferne bewegte sich ein greller Farbklecks. Als er uns näher kam, stellte er sich als ein feuerwehrfarbener Bikini heraus, in dem eine kleine, alte Dame steckte. Durch ihre weißen Haare zog sich eine ebenfalls feuerwehrfarbene Strähne und hinter ihrem rechten Ohr wippte eine große violette Blüte. Sie ging direkt auf uns zu, mit einem Lächeln weit wie der Horizont.
„Frohe Ostern!“ sagte sie.
Es war immer noch Oktober, auch wenn wir uns auf der anderen Hälfte der Erde befanden.
Meine Mutter zuckte nicht mit der Wimper.
„Fröhliche Weihnachten“, erwiderte sie heiter.
Die kleine alte Dame lachte auf. Es klang silbern und leicht wie das Windspiel, das zuhause am Apfelbaum hing.
Begeistert streckte sie meiner Mutter die Hand hin. „Hanna. Hanna Warlich. Ich habe Sie im Restaurant belauscht, daher wusste ich, dass Sie auch deutsch sind.“
„Kringe“, sagte meine Mutter, die nichts davon hielt, von Fremden beim Vornamen genannt zu werden.
„Nina“, sagte ich.
„Darf ich?“ fragte Hanna Warlich und setzte sich zu uns, ohne auf eine Antwort zu warten.
„Wissen Sie“, sagte sie, „ich bin vor einigen Jahren hierher gezogen. Hier fühle ich mich viel lebendiger als ich alt bin. So bunt. Jeder Tag ist ein Wunder und kribbelt in mir wie Brause. Jede feine Muschel, jede glühende Blume, jedes rauschende Gewitter, alles ist beglückend.“ Sie fischte eine Reiherfeder aus dem Sand und zeichnete damit Muster um unser Handtuch herum.
Vögel Reiher Graureiher Reiher gab es einige am Strand. Stumm standen sie im flachen glasklaren Wasser und warteten auf Fische. Ihre Füße waren wie riesige Seesterne. Wenn ich mich ihnen näherte, hoben sie beiläufig den Schnabel und sahen mir in die Augen. Sie waren fast genauso groß wie ich mit meinen zwölf Jahren und wirkten so würdevoll, dass ich fast meinte, mich vor ihnen verbeugen zu müssen. Komischerweise hatte ich bei Hanna, klein und runzlig wie sie war, ein ähnliches Gefühl.
„Und dann sehe ich die Touristen“, sagte Hanna leise, wie zu sich selbst. „Sie nehmen den weiten Weg auf sich. Sie zahlen mehr, als sie sich leisten können, um einmal in der Karibik gewesen zu sein. Die ersten drei Tage sehen sie mit großen Augen um sich. Danach sitzen sie den Rest der Zeit am Pool herum oder an der Bar. Oder sie drehen sich auf ihren Liegestühlen und Handtüchern in der Sonne wie Brathähnchen am Spieß und interessieren sich nur dafür, ob die Sonnencreme gleichmäßig verteilt ist und was wohl in der deutschen Zeitung steht. Sie haben einen flachen Blick wie Kühe beim Wiederkäuen. Drei Tage sind sie lebendig, und dann zerknüllen sie die Zeit und werfen sie weg wie ein Butterbrotpapier.“
Hanna ließ die Feder fallen und richtete sich auf. „Sie nicht“, sagte sie schnell und entschuldigend. „Ihre Familie ist anders, dass habe ich gleich gesehen.“
„Aber warum sagen Sie ‚Frohe Ostern‘, wenn es doch Herbst ist?“ wollte ich endlich wissen.
Sie richtete ihren blanken Eichhörnchenblick auf mich. „Weil sie dann aufwachen“, erklärte sie und ihre Augenwinkel schlugen verschmitzte Falten wie die winzigen Wellen, die in der aufkommenden Nachmittagsbrise auf den Strand liefen.
„Weißt Du, wie es ist, wenn zuhause von Sommerzeit auf Winterzeit umgestellt wird, oder umgekehrt? Die Menschen werden ein wenig durcheinander gebracht. Plötzlich sehen sie wieder bewusst die Sonne untergehen, sehen morgens wach und neugierig aus dem Fenster, überlegen, wann sie essen und wann sie ins Bett gehen sollen, nur weil alles von einer Minute zur anderen ein bisschen anders ist, als sie es gewöhnt sind.“
Ja, das kannte ich. Ich fand es jedes Mal verwirrend und wusste nie so richtig, ob der Tag nun vor- oder zurückgedreht worden war. Im Sommer bedeutete es jedenfalls, dass wir länger draußen spielen durften, als ob es plötzlich mehr Zeit gäbe, so wie die Limonadengläser ja auch viel größer waren als die für den Wintertee.
„Ja“ fuhr Hanna fort, „und wenn ich hier im Herbst am Strand entlang gehe und zu den Menschen „Frohe Ostern“ sage, ist es ähnlich. Sie schrecken auf, sind verwirrt, fangen an, nachzudenken. Sie müssen sich neu orientieren, vergewissern, ob sie auch wirklich da sind in der Zeit, wo sie zu sein glaubten. Sie sehen sich wieder um. Sie lächeln. Sie entdecken Dinge. Es ist, als hätte man sie kurz hochgehoben, durchgeschüttelt, und aufrechter wieder auf ihre Füße gestellt.“
Sie schwieg einen Moment. „Manche halten mich natürlich auch für verrückt. Oder senil“, sagte sie und grinste. „Sie finden es peinlich oder komisch. Es macht mir nichts aus. Auch sie wachen kurz auf. Nur weil ich ein Blinzeln lang ihre Zeit durcheinander gewirbelt habe. Auch sie lächeln. Und gehen ein wenig anders weiter.“
Auf dem Weg zum Hotel fixierte meine Mutter eine Familie von Deutschen, die alle ein Kaugummi im Mund und den Blick auf eine Zeitung oder ein Comicheft gesenkt hatten. „Frohe Ostern!“ sagte sie laut.
Die vier zuckten zusammen und sahen hoch. Wie die Flut stieg erst Verblüffung, dann ein Lächeln in ihren Gesichtern auf. Sie sahen erst meiner Mutter hinterher, dann auf das Meer. „Schau mal, Lisa“, sagte der Vater „was für ein Sonnenuntergang.“ „Oh, da ist gerade ein großer Fisch hochgesprungen!“ rief einer der Jungen aufgeregt.
„Weißt Du was“, sagte meine Mutter, „Frau Warlich hat recht.“
In der Nacht träumte ich von Hanna. Sie rührte mit einem riesigen steinernen Kochlöffel am Himmel die Zeit um, so dass die Sterne sich anders ordneten und das Kreuz des Südens sich zu einem Kreis formte.
Hanna Warlich war nicht aufdringlich. Meist winkte sie uns nur von ferne zu. Jeden Tag sahen wir sie am Flutsaum entlang wandern, wie die flinken kleinen Vögel, die dort herumsausten und nach Krebsen suchten. Hinter ihr ging immer eine Bewegung durch die Menschen, so als wäre eine frische Brise den Strand entlang gehuscht und hätte die zähe Trägheit mit sich genommen.
Heute ist die offene Weite zerbrochen an den Hochhäusern voller Reisender, doch damals hatte der Strand viel Platz für das große Lächeln einer kleinen alten Dame, die mit zwei Worten die Zeit verdrehte und die Menschen anhalten und hinsehen ließ.
Einmal hockte sie sich kurz neben uns. „Können Sie finnisch? Oder eine andere seltenere Sprache?“ fragte sie.
„Leider nicht. Warum?“ fragte Mutter.
„Ich möchte zu allen ‚Frohe Ostern‘ sagen können. Viele können Englisch. Mit ‚Happy Easter‘ geht es meistens. Aber es gibt die, die mich gar nicht verstehen. Sie lächeln auch, freundlich und hilflos, aber das ist nicht die Sorte Lächeln, die ich sammle. Es weckt nicht. Macht nichts“, sagte sie fröhlich und stand auf, „in sieben Sprachen kann ich es schon, und es werden Menschen kommen, die es mir in anderen beibringen können. Habt noch einen hellen Tag!“ Weg war sie.
Als unsere Woche mit dem endlosen hohen südlichen Himmel und dem glasklaren Meer voll zerbrechlicher Schönheit zu Ende war, kam Hanna an unseren Frühstückstisch, um sich von uns zu verabschieden. Die Klimaanlage und die Wehmut ließen uns trotz Reisejacken frösteln. Hanna trug ein apfelgrünes Minikleid und einen Sombrero, unter dem ihre fünf Enkel Schutz gefunden hätten, und sie hatte nicht einmal eine Gänsehaut.
„Es war so schön, dass wir uns begegnet sind“, sagte sie. „Bleibt wach!“
Ein Bus fuhr klappernd vor und wir stiegen in seinen hohlen Bauch. Hanna stand am Straßenrand und winkte. Sie sah sehr klein aus.
Meine Mutter kurbelte das Fenster herunter und brüllte über das Motordonnern hinweg: „Ein frohes Neues Jahr!“
Alle setzten sich gerader und alle verschlafenen Köpfe drehten sich erst fragend zu ihr um und sahen dann neugierig aus dem Fenster. Mutter rückte sich in ihrem Sitz zurecht und lächelte zufrieden.
Im Rückfenster sah ich den Sombrero auf dem Weg zum Strand.

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Patricia Koelle
Flaschenpost vom Meer
Strandgeschichten

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Stichwörter:
Patricia Koelle, Geschichten, Kurzgeschichte, Ostern, Weihnachten, Meer, Strand, Urlaub, Ferien, Short Story, Literatur